Die Babymassage ist ein sehr bedeutsamer Faktor im Rahmen des Verwöhnprogramms für das Baby. Es entspannt das Baby, lässt es seine Körperteile und Muskeln spüren und schafft eine innige Verbindung zwischen Mutter und Kind.
 

Zur Babymassage werden in Krankenhäusern oder von Hebammen Kurse angeboten, man kann die Massage aber auch alleine lernen. Ein wunderschönes Buch zu diesem Thema ist „Sanfte Hände“ von Frédérick Leboyer (s. Buchtipps), indem auf einfühlsame Weise und mit schönen Bildern die traditionelle indische Babymassage beschrieben wird. Die verschiedenen Handgriffe der Massage nach Leboyer haben wir hier zusammengefasst.
 

Es kann bereits früh mit der Massage begonnen werden (nach der 4. Lebenswoche). Nach eigenem Gefühl der Mutter sollte die Massage zunächst noch sanft, mit der Zeit immer fester werden. Die frühe Massage ist so wichtig, weil das Baby sich dann noch nicht selber bewegen kann und mit der Massage mögliche Spannungen gelöst werden und ein Gefühl für die einzelnen Körperteile gegeben wird. Sinnvoll ist die Massage bis das Baby ein halbes Jahr alt ist und sich selber auf den Bauch drehen kann (der Rücken wird entspannt). Natürlich mögen es auch ältere Kinder, massiert zu werden.
 

Massiert werden sollte täglich zehn bis zwanzig Minuten. Ein oder zwei mal am Tag. Am besten Morgens, wann immer Zeit ist und Abends vor dem Schlafengehen.

 

„Die Berührung ist die Wurzel.

Und so sollten wir mit ihr auch umgehen.

 

Wir müssen unsere Babys nähren,

dass sie wirklich satt werden,

innen wie außen.

 

Wir müssen zu ihrer Haut sprechen

und zu ihrem Rücken,

denn diese hungern und dürsten

und schreien

genauso wie ihr Bauch.

 

Wir müssen sie mit Wärme und Zärtlichkeit

genug und mehr als genug füttern.

Denn das brauchen sie,

so sehr wie Milch.

 

Berührt, gestreichelt und massiert werden,

das ist Nahrung für das Kind.

Nahrung, die genauso wichtig ist

wie Mineralien, Vitamine und Proteine.

Nahrung, die Liebe ist.

Wenn ein Kind sie entbehren muss,

will es lieber sterben.

Und nicht selten

stirbt es wirklich.“

 

(Zitat aus dem Buch „Sanfte Hände“)

 

Vorbereitung für die Babymassage

 

Das Baby ist während der Massage nackt, daher muss der Raum angenehm warm sein. Im Sommer kann auch im Freien massiert werden, das Köpfchen muss dabei im Schatten liegen.

Zum Massieren wird Naturöl (z.B. Oliven- oder Mandelöl) verwendet.

Das Baby sollte keinen vollen Magen, also nicht direkt nach einer Mahlzeit massiert werden.

Die Mutter sitzt auf der Erde, das Baby liegt auf den Beinen der Mutter auf einem Handtuch (falls es uriniert).

 

Die Technik der Babymassage

 

Die Brust

 

Das Baby liegt auf dem Rücken und schaut die Mutter an.

Es wird ein wenig Öl auf der Brust des Babys verteilt.

 

Behutsam und langsam wird mit beiden Händen von der Mitte zu den Seiten hin gestrichen. Die Hände kommen zur Brustmitte zurück und streichen von neuem.

 

Als nächstes arbeiten die Hände nacheinander, in dem die rechte Hand an der Flanke des Kindes beginnt und über die Brust zur gegenüberliegenden Seite streicht. Sobald die rechte Hand die Schulter erreicht hat, beginnt die linke und streicht von der anderen Flanke über die Brust zur gegenüberliegenden Schulter. Wieder und wieder gehen die Bewegungen ineinander über.

 

Die Arme und Hände

 

Das Kind liegt auf der Seite.

 

Liegt das Kind zunächst auf der rechten Seite, wird mit dem linken Arm begonnen. Die Mutter hält mit ihrer linken Hand das Handgelenk des Babys und streckt seinen Arm. Mit der rechten Arm wird die Schulter umfasst und langsam am Arm des Babys hinunter gestrichen. Die Finger der Mutter bilden dabei einen festen, kleinen Ring und „melken“ den Arm nach oben hin gerichtet. Wenn die rechte Hand das Handgelenk erreicht, wechseln sich die Hände ab und die linke Hand beginnt zu „melken“.  

 

Als nächstes arbeiten die Hände gleichzeitig. Sie ergreifen beide die Schulter des Kindes und bilden mit den Fingern einen Ring. Sie bewegen sich gleichzeitig mit kreisenden Bewegungen zum Handgelenk des Kindes, wobei sie sich gegeneinander drehen. Der Arm des Kindes wird dabei sanft gedrückt und gleichsam gewunden. Am Handgelenk angelangt wird etwas länger verweilt, dann von den Schultern aus erneut begonnen.

 

Um die Hände zu massieren, streicht die Mutter mit ihren Daumen über die Handfläche des Babys zu den Fingern hin. Anschließend werden die Finger aufgefaltet und ausgestrichen.

 

Das Kind wird nun auf die andere Seite gelegt und der andere Arm wird massiert.

 

Der Leib

 

Das Kind liegt wieder auf dem Rücken.

 

Die Hände der Mutter massieren im Wechsel den bauch. Dabei wird an der Brust begonnen und über den Bauch gestrichen. Eine Hand nach der anderen.

Nach einigen Wiederholungen werden mit der linken Hand die Fußgelenke des Babys nach oben gehalten, mit der rechten wird weiter über den Bauch gestrichen. So geht die Massage tiefer.

 

Die Beine und Füße

 

Das Kind liegt weiter auf dem Rücken.

 

Die Beine werden nach dem gleichen Prinzip massiert, wie die Arme. Das Baby bleibt weiter auf dem Rücken liegen, die Mutter „melkt“ mit den Händen abwechselnd das erste Bein des Babys vom Oberschenkel zum Knöchel hin.

 

Anschließend wird dasselbe Bein mit beiden Händen umfasst und mit kreisenden Bewegungen vom Oberschenkel bis zum Knöchel „gewrungen“. An den Fußgelenken wird etwas länger verweilt.

 

Der Fuß wird massiert, in dem zunächst mit dem Daumen über die Fußsohle gestrichen wird. Nach einigen Wiederholungen wird mit der flachen Hand über die Fußsohle gestrichen.

 

Wenn das erste Bein fertig massiert wurde, wird mit dem anderen begonnen.

 

Der Rücken

 

Die Massage des Rückens ist vielleicht die wichtigste. Entlang der Wirbelsäule entstehen leicht Spannungen, die sich unbemerkt festsetzen und mit wachsendem Alter immer schwieriger zu lösen sind. Dem Rücken sollte daher besonders viel Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt werden.

 

Das Kind liegt auf dem Bauch, quer über den Beinen der Mutter. Der Kopf zeigt nach links.

 

Die Hände der Mutter streichen abwechselnd nach vorne über den Rücken und zurück. Während die rechte hand nach vorne streicht, streicht die linke Hand zurück. So arbeiten die Hände in entgegen gesetzte Richtungen quer über den Rücken. Während dieser Streichbewegung bewegen sie sich gleichzeitig von links nach rechts. Am Nacken wird begonnen, langsam bewegen sich die Hände abwärts bis zum Po. Dann wieder nach oben zum Nacken und wieder zurück zum Po ... .

Hier werden zwei Bewegungen verbunden: das hin- und her streichen quer über den Rücken und das hinab- und hinauf gleiten zwischen Nacken und Steißbein.

 

Als nächstes arbeiten die Hände gegenläufig. Die linke Hand streicht am Nacken beginnend abwärts an der Wirbelsäule entlang. Langsam und gleichmäßig in einer Bewegung. Während die linke Hand über den Rücken streicht, umfasst die rechte Hand die Pobacken.

nach einigen Wiederholungen, umfasst die rechte Hand nun die Fußknöchel des Kindes und die linke Hand verlängert ihre Bewegung über den Rücken bis zu den Füßen hinunter. In einer einzigen, langen Bewegung. Die Beine des Babys werden leicht gestreckt.

 

Das Gesicht

 

Zunächst streicht die Mutter mit den Fingerspitzen beider Hände von der Mitte der Stirn an den Augenbrauen entlang zu den Seiten. Die Hände kehren zurück und streichen erneut... .

 

Anschließend streichen die Daumen der Mutter ganz zart den Nasenrücken entlang zur Stirn. Immer wieder... .  

 

Und abschließend wird der Nase entlang abwärts gestrichen. Dabei legt die Mutter ihre Daumen auf die geschlossenen Augenlieder und streicht dann an der Nase entlang gleitend abwärts. Die Daumen bewegen sich leicht seitwärts, so dass die Mundwinkel erreicht werden. Der Mund wird sanft in die Breite gezogen. Die Daumen kehren zurück zu den Augenliedern und streichen erneut.

  

Abschlussübungen

 

Mit den drei folgenden Übungen wird die Massage abgerundet:

 

Die Mutter hält mit jeder Hand ein Händchen des Babys. Seine Arme werden über der Brust gekreuzt und wieder geöffnet. Beim Öffnen werden die Arme ausgestreckt, als wolle man Flügel entfalten. Mehrmals wiederholen.

 

Bei der zweiten Übung werden eine Hand und der gegenüberliegende Fuß des Babys umfasst und diagonal zum Leib gestreckt. Dabei erreicht die Hand den gegenüberliegenden Oberschenkel und der Fuß berührt die gegenüberliegende Schulter.

Nach einigen Wiederholungen werden die andere Hand und Fuß gestreckt.

 

Den Abschluss bildet die Lotos-Stellung. Dabei werden die Füße des Babys umfasst und die Beine über dem Becken gekreuzt. Dann werden die Beine wieder in die normale Stellung gebracht und wieder gekreuzt. Immer wieder, sehr sanft, sehr langsam, aber fest.

 

Diese Abschlussübungen dehnen und entspannen die Muskulatur, lockern die Gelenke und öffnen sie, so dass sie zu ihrer vollen Beweglichkeit gelangen.

© BABYSMILE 2000-2004