Die erste Ankunft - das erste Handeln

 

Wenn die Mutter mit dem Neugeborenen vom Krankenhaus nach Hause kommt, sollte der Vater schon die eine oder andere Maßnahme ergriffen haben. Dieses ist nicht zwingend erforderlich, schließlich kann sich Ihr Liebling noch nicht selbst fortbewegen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es keine verlässlichen Termine gibt, an denen Ihr Baby die ersten Fähigkeiten entwickelt die gleichfalls Gefahren bedeuten könnten. Es ist also nur von Vorteil einiges sofort umzusetzen bzw. vorzuhalten denn spätestens wenn das Baby mobil wird, rutschend, krabbelnd oder laufend seine Umgebung erkundet, wird es Zeit den Haushalt auf seine Sicherheit zu überprüfen.

 

Maßnahme Nummer 1 sollte die Sicherung des Küchenherdes sein. Die Mutter wird i.d.R. nicht umhin kommen das Essen zuzubereiten. Schreit das Baby, wird die Mutter versuchen das Kochen mit der Beruhigung des Kindes zu verbinden - ob nun auf dem Arm, im Kinderwagen, im Hochstuhl oder im Maxi-Cosi. Eine falsche Bewegung am Herd kann einen Topf mit kochendem Wasser zum umkippen bringen. Vermeiden Sie, dass Ihr Kind davon getroffen wird. Es gibt in jedem vernünftigen Baby-Markt entsprechende Schutzeinrichtungen die in wenigen Minuten angebracht sind.


 


Maßnahme Nummer 2 ist sicher die komplette Sicherung aller bodennahen Steckdosen (auch Mehrfachstecker) mit s.g. Kindersicherungen (in jedem Baumarkt oder Baby-Markt). Kaufen Sie keine Billigprodukte, testen Sie ein Produkt zu Hause bevor Sie gleich die ganze Anzahl kaufen. In einigen Fällen wird der Schutz mit dem Stecker herausgezogen - das sollte ausbleiben.



Maßnahme Nummer 3 ist das Sichern von Tischkanten und allen spitzen und vorstehenden Ecken (z.B. dort wo Teppichsockelleisten aufeinander laufen). Ihr Baby wird in der Zeit des Laufenlernens noch oft genug Fallen und Ihnen Sorge bereiten. Ersparen Sie Ihrem Kind aber dabei massive Kopfverletzungen und bleibende Narben die als besondere Kennzeichen später im Kinderausweis stehen könnten. Kantenschützer für alle möglichen Anwendungsmöglichkeiten erhalten Sie gleichfalls in Bau- und Babymärkten - nutzen Sie diese, auch wenn die meisten zum beliebten Spielzeug werden, da sie zu leicht lösbar sind (werden nur geklebt).


 


Maßnahme Nummer 4 ist die Sicherung Ihrer Treppen. Es gibt entsprechende Tür-/ Treppensicherungen (sehen wie Seitenteile eines Laufstalls aus) die zwischen die Türzargen oder an selbige geschraubt werden. Dabei kann man sie handhaben wie kleine Gittertüren da viele schwenkbar sind. Denken Sie auch hier immer daran, dass Türen ihren Zweck nur dann erfüllen wenn sie geschlossen sind, eine schwenkbare Tür-/ Treppensicherung birgt die Gefahr, dass Sie vergessen sie zu schließen. Andere Modelle werden eingehängt. Da man die Sicherungen in der Breite variieren kann, werden Sie keine Probleme haben ein entsprechendes Modell für Ihre Türen/Treppen zu finden. Bedenken Sie, das nicht nur der Abstieg gefährlich ist, sobald Ihr Kind Treppen besteigen kann, kann auch ein "Aufstieg" gefährlich sein.



Maßnahme Nummer 5 ist die sichere Trennung Ihrer Haustiere vom Neugeborenen. Auch wenn es sich i.d.R. um Ammenmärchen handelt wenn man von der Katze spricht "die sich auf das Baby in der Krippe legt" sollte schon aus Hygienegründen auf einen direkten Kontakt des Neugeborenen mit Haustieren in den ersten 12 Lebenswochen verzichtet werden. Grundsätzlich ist das Vorhandensein eines Tieres förderlich im Hinblick auf das Ausbleiben von Tierhaarallergien.

 

Maßnahme Nummer 6 widmen Sie der konsequenten Beseitigung bzw. Sicherung von z.B. Messern, spitzen Gegenständen, Plastiktüten, Tabak, Alkohol, Putzmittel, Feuerzeuge, Arzneimittel, Parfums, elektrischen Geräten, kleinen Gegenständen (die verschluckt werden könnten), Nadeln, Besteck, Kabeln, Kronkorken u.s.w.. Ihr Baby wird für alles ein Interesse entwickeln und die ersten Sinnerwahrnehmungen bzgl. Material und Konsistenz erfolgt beim Baby über den Mund.


Maßnahme Nummer 7 ist das prüfen der Zimmerpflanzen auf ihre Giftigkeit. Der Fikus Benjamini z.B. (die Standardpflanzen des Deutschen) ist giftig und sollte nicht in der Reichweite von Babys und Kindern sein. Mehr dazu finden Sie hier...

 

Maßnahme Nummer 8 gilt der Sicherung der Außenbereiche, sollten Sie glückliche/r Eigentümer/in eines Eigenheimes mit Garten sein, sollten Sie auch dort prüfen, ob alles kind- bzw. babygerecht ist. Sie haben einen Teich? Schön, machen Sie lieber einem anderen eine Freude mit den Fischen und nutzen Sie den Platz für ein Bio-Gemüsebeet. Leider passiert es viel zu oft, dass Babys und Kleinkinder in kleinsten Teichen, Tümpeln teilweisen nur Pfützen ertrinken. Sie können nie so dumm denken wie es kommen kann und auch wenn Sie meinen Sie könnten Ihrem Kind dieses Beibringen, wie sieht es mit Spielkameraden und Nachbarskindern aus? Sichern Sie auch in den Außenbereichen Treppen und Brüstungen. Wenn Sie an einer stark befahrenen Straße wohnen, sollten Sie darauf achten, dass das Grundstück zur Straße durch einen Zaun gesichert ist. Gleiches gilt wenn Sie ein Ufergrundstück haben.

 

Maßnahme Nummer 9 gilt dem Sichern von Fenstern. Vielleicht haben Sie 1990 von dem Schicksal des Sohnes Conor vom Musiker Eric Clapton gehört. Er fiel beim Spielen auf der Fensterbank im 49. Stock aus dem Fenster eines Hochhauses in New York. Clapton widmete seinem Sohn Conor das Lied "Tears in Heaven". Diese schreckliche Vorstellung sollte ausreichen um an allen Fenstern (auch wenn Sie im Erdgeschoss wohnen) Sicherungen anzubringen.

 

 


Maßnahme Nummer 10 gilt der Entfernung sämtlicher Schlüssel an Türen. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind oder Baby nicht einschließen kann. Denken Die auch daran, dass eine zufallende Tür auch eine Fall für Kind und Baby sein kann, wenn diese nur von Innen zu öffnen ist.

 

Denken Sie nach den ersten Wachstumsschüben Ihres Babys darüber nach, ob die Wickelkommodenauflage noch ausreichend Sicherheit bietet. Sobald sich Ihr Baby drehen kann wird es das auch tun. Ein halbwegs geschickter Vater kann aus einer Leimholzplatte leicht eine größere Auflage bauen (bzw. bauen lassen) die auf die alte gelegt werden kann und so von unten verschraubt wird, dass die Schrauben nicht durch die obere Platte durchdringen. Vergessen Sie nicht die Seitensicherungen!

 

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Postfach 91 01 52, 51071 Köln hat im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit eine Sicherheitsfibel heraus gegeben, in der Gefahren in und außerhalb der Wohnung aufgezeigt werden und deren Vermeidung bzw. Hilfe beschrieben wird. Im Anhang der Fibel befindet sich eine Auflistung des Giftinformationszentren. Bestell-Nr. 11 05 00 00 bitte direkt unter der zuvor genannten Adresse.

 

ALTER DES KINDES

DIE HÄUFIGSTEN UNFALLORTE

 

  • Zigaretten und Aschenbecher nicht herumliegen lassen, denn Tabak ist für Kleinkinder hochgiftig.
  • Spitze und scharfe Gegenstände, wie Nähzeug, Nagelfeilen und Messer wegräumen.
  • Alkoholische Getränke, Flaschen und Gläser wegschließen.
  • Teppiche und Läufer rutschfest verlegen.
  • Zimmerpflanzen für Kinder unerreichbar aufstellen.
  • Kinder nie ohne Aufsicht baden lassen.
  • Keine Plastiktüten herumliegen lassen, da Erstickungsgefahr droht, wenn das Kind Tüten über den Kopf stülpt.
  • Auf dem Balkon die Stühle und andere Gegenstände wegräumen, auf die das Kind klettern könnte.
  • Kerzen für Kinder unerreichbar aufstellen und nie ohne Aufsicht brennen lassen.
  • Bei Hochstühlen darauf achten, dass das Kind nicht umkippen oder herunterfallen kann.
  • Keine Tabletten oder Medikamente herumliegen lassen.
  • Regale mit Wandhalterungen speziell sichern.
  • Regentonnen immer kindersicher verschließen.
  • Gartenteiche unbedingt mit Zäunen absichern.
  • In der Nähe von Gewässern die Kinder nur mit Schwimmwesten spielen lassen

NOTRUFNUMMERN DER GIFTZENTRALEN:

  • Berlin 030-19240
  • Bonn 0228-287-3211
  • Erfurt 0361-730730
  • Freiburg 0761-2704361
  • Göttingen 0551-19240
  • Homburg 06841-19240
  • Mainz 06131-19240
  • München 089-19240
  • Nürnberg 0911-3982451
  • Österreich 01-4064343
  • Schweiz 01-2515151

 

Wann immer Sie das Gefühl haben, Sie sollten oder möchten nach ihrem Baby sehen, tun Sie dieses, lassen Sie sich nicht einschüchtern von "altklugen" Kommentaren von Eltern ältere Kinder. Sie tun dieses für die Sicherheit Ihres Kindes und für Ihre eigene Beruhigung. Diesbezügliche Kommentare kinderloser Erwachsener sollten Sie gänzlich ignorieren!
 

 

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