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Die Ursachen für ein Schreien sind nicht immer leicht zu identifizieren. Meistens erkennen die Eltern aber mit der Zeit, was das Baby wohl haben könnte.
In
den ersten 6 Wochen schläft der Säugling zwischen 17 und 21 Stunden,
also fast immer, wenn er nicht trinkt oder gewickelt/gewaschen wird.
Schreien bedeutet in dieser Zeit meist Hunger,
leicht zu erkennen, wenn an Mamas kleinem Finger gesogen wird. Entgegen
früherer Methoden, stillt bzw. füttert man heute die Babys nach Bedarf
und nicht nach einem starren Zeitschema.
Es kann aber auch sein, dass das Baby ein Saugbedürfnis hat, aber keinen Hunger. Daher kann ruhig schon ein Schnuller angeboten werden, denn der Daumen wird meist noch nicht gefunden. Allerdings kann zunächst auch der Schnuller nicht immer gehalten werden, das ist kein Zeichen, dass er verweigert wird. Wird das Baby gestillt, sollte zumindest in den ersten Wochen ein Schnuller in Kirschkernform (rund) und kein kiefergerechter angeboten werden, da es sonst möglicherweise zu einer Saugverwirrung kommt, d.h. das Baby saugt nicht mehr richtig an der Brust. (Auch als Flaschenaufsatz, falls Muttermilch auch per Flasche gegeben wird.)
Unsere
Erfahrung ist: keine Scheu vor dem Schnuller,
denn Saugen ist ein Grundbedürfnis des Säuglings und regt zudem die
Magensäfte an. Ein Schnuller kann oft helfen, aber beim Bebrauch
sollten ein paar Dinge berücksichtigt werden:
Schreit das Baby und Gründe wie Hunger, volle Windel oder Saugbedürfnis werden ausgeschlossen, kann es sein, dass es einfach ein Zuwendungsbedürfnis hat. Es möchte vielleicht gestreichelt, auf den Arm genommen oder Herumgetragen werden. Viele Eltern beobachten, dass ihr Baby zum Abend hin unruhig wird und schreit. Sehr beruhigend ist da z.B. das Wippen auf einem Gymnastikball oder auch der Bettkante oder Schaukeln im Schaukelstuhl oder Hängematte. Manchmal hilft es auch, das Baby im Baby Björn mit sich herumzutragen. In keinem Fall sollte Babys Bedürfnis ignoriert werden. Die Sorge, das Baby evtl. zu verwöhnen ist grundlos, das ist in diesem Alter nicht möglich!
Manchmal liegt die Ursache auch an Müdigkeit und der Unfähigkeit, einschlafen zu können. Dies kann z.B. passieren, wenn der Säugling vorher sehr viele neue Eindrücke oder Geräusche wahrgenommen hat und dadurch überreizt ist. Oder er hat sich schon so in Rage geschrieen, dass er sich nicht mehr beruhigen kann. Manchmal hilft es, das Baby zu pucken, den Schnuller zu geben und über die Augen eine Stoffwindel zu legen. Statt der Windel kann man dem Baby auch über die Augen streicheln immer von oben nach unten, um den Schließreflex zu unterstützen. Beim Spazierengehen im Kinderwagen schlafen die meisten Kinder durch das regelmäßige Rütteln ein. Ebenso im Auto, wobei diese Methode umständlich wird, wenn sich das Baby daran gewöhnt.
Leider
liegt die Ursache des Schreiens bei vielen Kindern auch an den sog. Drei-Monats-Koliken,
also an den Bauchschmerzen, die durch den noch unfertigen Magen- und
Darmtrakt des Säuglings entstehen. Wir selber waren Leid geplagte Eltern
und möchten hier ein paar Tipps zur Linderung geben. Zu erkennen sind Blähung meist daran, dass der Säugling von selbst die Beinchen anzieht und dann auch pupst. Leidet ein Baby an den Koliken, kann auch die strikteste Ernährung der stillenden Mutter die Ursachen nicht verhindern, aber zumindest lindern.
"Schrei-Babys" Es gibt Babys, die häufiger und mehr schreien, als andere. Das zehrt an den Nerven der Eltern und nicht selten fühlen sie sich, insbesondere die Mutter, schuldig. Früher hat man das Schreien meist als Koliken abgetan, heute kennt man viele Ursachen dafür. Eine häufige Ursache ist das unreife Nervensystem des Kindes, das es ihm schwer macht, sich gegen die Reize von außen abzuschotten. Für diese These spricht, dass das Schreien nach ca. 3 Wochen beginnt, also wenn das Baby seine Umwelt besser wahrnehmen kann, und meist in den Abendstunden erfolgt. In Gesprächen mit Experten taucht auch immer wieder das Wort "Regulationsstörung" auf, also die Unfähigkeit, Schlaf- und Wachzustände zu regulieren. Schrei-Babys wirken oft übermüdet und wirken, als würden sie sich gegen den Schlaf wehren. Um dem Baby und sich zu helfen, sollten die Wachzeiten des Babys ganz aktiv genutzt werden. Es kann mit dem Baby gesprochen und gelacht werden, es kann auf dem Arm getragen und mit den Eltern eine Erkundungstour durch die Wohnung machen oder massiert und gebadet werden. Letzteres entspannt das Baby zusätzlich. Eltern, die sich so mit dem Baby beschäftigen, können Schreihasen besser ertragen, weil sie wissen, dass das Baby in ihrer Gegenwart auch entspannt und zufrieden sein kann. Wird das Baby müde, muss es in den Schlaf finden. Dabei ist es Entscheidung der Eltern, das Baby zu unterstützen (s.o. unter "Müdigkeit") oder zu versuchen, dass es alleine einschläft. Unsere Erfahrung ist es, dass es leichter ist, das Baby zumindest zu streicheln und ihm vorzusingen o.ä. Oft hilft auch das konsequente Führen eines Tagebuches, in das alle Schrei-, Fütter- und Schlafzeiten eingetragen werden. Es zeigt sich dann eventuell, dass im Tagesablauf Rhythmus und Regelmäßigkeiten fehlen. |
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